shz.de vom 29.12.2011
Gross Wittensee. "Fiete" funktioniert. Nach rund zwei Jahren Theorie kann das schnelle Internet auf dem Land nun in der Praxis erprobt werden. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabyte erreichen die Daten die Rechner. Insgesamt können 15 000 Haushalte in den Ämtern Hüttener Berge, Dänischer Wohld und Dänischenhagen angeschlossen werden. Bisher sind etwa 70 Haushalte fest im Netz und nutzen bereits das moderne Breitband.
Die Freude über den Ausbau der Datenautobahn ist groß. "Jetzt haben wir das Auto nicht nur bereitgestellt, sondern können es auch fahren", sagt Hüttens Amtsleiter Andreas Betz begeistert. "Die Datenraten sind besser als wir es uns erträumt haben."
An den hohen Investitionskosten scheiterten in den Dörfern in der Vergangenheit die Versuche, den Ausbau des Internets voranzutreiben. Doch nicht nur bei den Einwohnern gehört der Zugang ins "World Wide Web" mittlerweile fast zur Selbverständlichkeit. Auch bei Grundstücksanfragen würde die DSL-Verfügbarkeit eine Rolle spielen. So starteten die drei Ämter Hüttener Berge, Dänischer Wohld und Dänischenhagen das bundesweite Pilotprojekt eines Breitbandzweckverbandes. 180 Kilometer Rohrleitungen werden verlegt, und die Ämter übernehmen rund zehn Millionen Euro Netzkosten. Für die technische Umsetzung sorgt das Flensburger Unternehmen mr. net group mit dem Produkt "Fiete.Net". Die insgesamt 28 beteiligten Gemeinden investieren je nach Größe zwischen 20 000 und 50 000 Euro. Etwa sieben Millionen Euro kommen aus den Fördertöpfen des Landes und der EU.
30 Kilometer sind bereits unter der Erde verlegt. Angeschlossen sind die Gemeinden Brekendorf, Damendorf, Hütten, Osterby, Revensdorf und Bornstein. Nun ist Winterpause. Je nach Wetterlage soll es Anfang des Jahres in Ahlefeld-Bistensee, Bünsdorf und Holzbunge weitergehen. Beim Bau des Radweges von Holzbunge nach Bistensee wurden bereits Leerrohre in den Boden eingebracht.
Das Leerrohrnetz gehört dem Breitbandzweckverband und wird an den Internetanbieter verpachtet. Entlang des Glasfasernetzes werden auch 74 sogenannte Multifunktionsgehäuse (MFG) errichtet. Die mr. net group verbindet die Lichtwellenleiter über die MFG mit den jeweiligen Kabelverzweigern der Deutschen Telekom. Den weiteren Transport zum Gebäude übernehmen konventionelle Kupferverbindungen.
"Leider haben wir es in einigen Gemeinden noch nicht geschafft, die Bürger zu erreichen", bedauert Betz. "Doch jetzt, wo es schon funktioniert, kann Fiete entsprechend auftreten."





